Versuchstiere

Worum geht es?

Neue Gentechnik-Verfahren unter Verwendung von Nukleasen (DNA-Scheren) wie CRISPR-Cas erlauben es, bei Versuchstieren gezielter und schneller als bisher zusätzliche DNA einzubauen oder Gene stillzulegen. Damit sollen u.a. menschliche Krankheiten an Tieren simuliert („Tierversuchsmodelle“) oder Funktionen von Genen untersucht werden. Inzwischen bieten Firmen an, 'kundenspezifisch' gentechnisch veränderte Mäuse und Ratten besonders kostengünstig und innerhalb weniger Monate zu liefern.

 

Was ist problematisch?

Ein unmittelbarer medizinischer bzw. therapeutischer Nutzen ist mit vielen dieser Tierversuche nicht verbunden. So haben „Tierversuchsmodelle“, in den meisten Fällen die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Gleichzeitig steigen die Tierversuchszahlen immer weiter an. In Deutschland wurde 2015 erstmals die Zahl von einer Million gentechnisch veränderter Versuchstiere pro Jahr überschritten. Zuvor hatten sich die Zahlen zwischen 2004 und 2013 bereits nahezu verdreifacht.

Dabei spielen auch kommerzielle Erwartungen eine bedeutsame Rolle: Entsprechende Gentechnik-Tiere werden auch patentiert. So entsteht ein zusätzlicher wirtschaftlicher Anreiz, immer mehr Tierversuche durchzuführen, um die gentechnisch veränderten Tiere möglichst gewinnbringend zu vermarkten.

 

Weitere Informationen:

In vielen Fällen scheinen kommerzielle Interessen gegenüber den medizinischen Notwendigkeiten deutlich zu überwiegen. Patentanträge auf gentechnisch veränderte Tiere sind ein klares Zeichen dafür, dass Konzerne und Investoren bereit sind, aus Tierleid auch ein Geschäft zu machen. Trotz aller ethischen Vorbehalte erteilte das Europäische Patentamt (EPA) bereits rund tausend Patente auf Gentechnik-Tiere und deren Verwendungen. Zuletzt hatte das EPA sogar Einsprüche gegen die Patentierung gentechnisch veränderter Schimpansen zurückgewiesen.

 

Helfen Sie mit, der Gentechnik Grenzen zu setzen und

• die Ethik zu stärken!

 

Publication year: 
2017