Gentechnik-Pappel

Worum geht es?

Gentechniker in China, den USA und Schweden arbeiten mit sogenannten CRISPR-Verfahren (DNA-Scheren) inzwischen auch an Waldbäumen. In Schweden wurden 2016 erste Freisetzungen derartig manipulierter Pappeln beantragt. Diese Bäume weisen eine ganze Reihe von Veränderungen in ihrem Erbgut auf: Blüte, Wachstum, Ausbildung von Ästen, Blättern und Wurzeln sind betroffen. Ziel ist es, Bäume mit deutlich verändertem Wuchs und Aussehen zu schaffen. Wirtschaftliche Ziele von Gentechnik an Bäumen sind u.a. beschleunigtes Wachstum und eine veränderte Holzqualität für die Holz- und Papierindustrie.

 

Was ist problematisch?

Waldbäume stehen mit ihrer Umwelt vielfältig in Beziehung - u. a. über Wurzelpilze, Insekten, Wildtiere und andere Pflanzenarten. Bäume produzieren im Laufe ihres Lebens Millionen von Pollen oder Samen, die mit dem Wind kilometerweit transportiert werden können. Das künstlich veränderte Erbgut kann sich über Pollen, Samen und bei Pappeln auch über Sprösslinge in der Umwelt verbreiten. Gelangen die Gentechnik-Bäume in natürliche Populationen, kann es zu nicht umkehrbaren Folgen für die Ökosysteme kommen. Wie sich diese Folgen auswirken, kann kaum abgeschätzt werden. Denn die Zeiträume, die im Rahmen einer Risikobewertung betrachtet werden müssten, sind viel zu lang und die möglichen Wechselwirkungen zu komplex.

Die Freisetzung gentechnisch veränderter Bäume sollte deshalb, wenn diese sich fortpflanzen oder vermehren können, oder sie ihre Gene in natürlichen Populationen ausbreiten können, nicht erlaubt werden.

 

Weitere Informationen:

In China wachsen gentechnisch veränderte Pappeln schon seit etwa 25 Jahren. Verschiedenen Angaben zufolge werden mittlerweile rund eine Million Insektengift produzierender Bäume zu Aufforstungszwecken verwendet. Die Standorte der Bäume sind nur zum Teil bekannt. Ihre tatsächliche Ausbreitung und ihr Einfluss auf die Umwelt sind kaum erforscht. Auch in den USA und Brasilien wurde der Anbau von Gentechnikbäumen bereits erlaubt. Dort handelt es sich um Eukalyptus und Kiefern. Es scheint keine verlässlichen Informationen zu geben, inwieweit diese Bäume tatsächlich angepflanzt werden.

 

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Publication year: 
2017