Fliegen mit tödlichem Erbgut

Worum geht es?

Olivenfliegen, Fruchtfliegen und Kohlmotten verursachen Schäden in der Landwirtschaft. Um dem entgegenzuwirken, will die Firma Oxitec gentechnisch veränderte Männchen dieser Arten freisetzen, die sich in den natürlichen Populationen paaren sollen. Ihr Erbgut ist für die weiblichen Nachkommen tödlich. Die männlichen Nachkommen überleben und verbreiten das Erbgut immer weiter. Im Ergebnis sollen so die natürlichen Populationen reduziert und vielleicht sogar ausgerottet werden.


Was ist problematisch?

  • Durch die Fliegen der Firma Oxitec kann es zu einer erheblichen Reduktion der betroffenen Arten kommen. Dies kann die biologische Vielfalt beeinträchtigen und sich negativ auf die Stabilität der Ökosysteme auswirken.
  • Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die künstlichen Gene dauerhaft in den natürlichen Populationen überdauern werden. Die Oxitec-Insekten sind mit synthetischer DNA ausgestattet: Dabei werden Gene von Meeresorganismen, Insekten, Bakterien und Viren miteinander kombiniert. Wie die Tiere und deren künstliches Erbgut sich über längere Zeiträume und unter wechselnden Umweltbedingungen verhalten, lässt sich nicht vorhersagen.
  • Niemand kann kontrollieren, wie sich die Insekten ausbreiten werden. Sie können beispielsweise die Grenzen von Staaten überqueren, die keine Gentechnik-Organismen freisetzen wollen. Betroffen wäre auch die ökologische Landwirtschaft.
  • Sollten ungewollte Nebeneffekte auftreten, können die manipulierten Fliegen nicht wieder aus der Umwelt entfernt werden. Es gibt keine Möglichkeiten, die Freisetzung wieder rückgängig zu machen.
  • Die weiblichen Larven der Insekten würden in den befallenen Früchten sterben – und somit würden wir Menschen sie samt ihrem künstlichen Erbgut verspeisen.

Weitere Informationen:

Die Firma Oxitec, die gentechnisch veränderte Insekten produziert, hat ihren Sitz in England und wurde vom US-Unternehmen Intrexon aufgekauft. Die Firma Intrexon wurde vom Milliardär Randal J. Kirk gegründet und hat Patente angemeldet, in denen u.a. genmanipulierte Mäuse, Ratten, Katzen, Hunde, Rinder, Schweine, Pferde, Schafe und Schimpansen als Erfindung beansprucht werden. Intrexon produziert auch Gentechnik-Äpfel, Gentechnik-Lachs sowie geklonte Bullen und kooperiert mit der FuturaGene Group bei der Entwicklung von Gentechnik-Bäumen. Zu den Vorständen von Intrexon gehört Robert B. Shapiro, der ehemalige Geschäftsführer von Monsanto. Das Unternehmen verspricht seinen Investoren eine aggressive Markteinführung der gentechnisch veränderten Organismen.



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Publication year: 
2016