Monarch-Fliege

- Wie Gentechnik den Erhalt natürlicher Arten gefährden kann

Wenn gentechnisch veränderte Organismen in der freien Umwelt überleben und sich fortpflanzen können, kann es manchen von ihnen gelingen, sich wie ‚Aliens‘ innerhalb von natürlichen Populationen auszubreiten. Die betreffenden Organismen sind äußerlich nicht unbedingt auffällig. Bis das Problem bemerkt wird, kann es schon zu spät sein. Gentechnik gefährdet so den Erhalt der natürlichen Arten.

Um dies zu illustrieren, ein Beispiel: Ein Gen der Taufliege (Drosophila melanogaster) wurde mit der Gen-Schere CRISPR/Cas an ein ähnliches Gen des Monarchfalters (Danaus plexippus) angepasst. Durch die Veränderung von insgesamt nur vier Basenpaaren wurden die Taufliegen gegenüber Giften resistent, die von bestimmten Pflanzen gebildet werden. In der Folge können die Fliegen das Gift aufnehmen und so selbst giftig für ihre Fressfeinde werden. Eine massenhafte Freisetzung solcher Fliegen könnte schwerwiegende Konsequenzen für die Nahrungsnetze und die Ökosysteme haben.

Dieses Beispiel zeigt: Geringfügige Veränderungen an einem einzelnen Gen können erhebliche Auswirkungen auf die Natur haben, auch wenn keine zusätzlichen Gene in das Erbgut eingefügt wurden.

Wenn derartige Organismen im Rahmen des Gentechnikgesetzes nicht strikt reguliert werden, können sie auch unbemerkt in die Umwelt entkommen. So wird Gentechnik zu einer Gefährdung des Artenschutzes.

 

Publication year: 
2020