Themenübersicht

Die Entwicklungen rund um die Gen- und Biotechnologie werfen grundlegende Fragen über unser Verhältnis zur belebten Natur auf. Überlässt man diese Fragen den Technologen und der Industrie, so wird das Technisch-Machbare zumeist auch getan - oft ohne Rücksicht auf Mensch, Tier und Umwelt.
Wissenschaftlerin auf einem Mais-Versuchsfeld - Testbiotech
In Ländern wie den USA, Argentinien und Brasilien werden auf Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Es werden aber auch Fische gentechnisch manipuliert, damit sie schneller wachsen. Gentechnisch veränderte Fliegen sollen zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt werden.
Die ersten gentechnisch veränderten Säugetiere gab es bereits vor den ersten transgenen Pflanzen: Schon 1973 wurden die ersten Mäuse gentechnisch manipuliert. 1985 gab es erste gentechnisch veränderte Schafe und Schweine. Vermarktet werden sollen unter anderem Gentechnik-Fische und -Insekten.
Die Synthetische Biologie ermöglicht es, das Erbgut von Lebewesen radikal zu verändern. Es sollen sogar ganze Organismen vollständig neu konstruiert werden. In den letzten Jahren wurden neue Gentechnik-Verfahren entwickelt, in der Folge wird die Anzahl der gentechnisch veränderten Organismen deutlich zunehmen.
Die Einführung der Gentechnik hat auch dazu geführt, dass Lebewesen als patentierbar angesehen werden. 1992 wurde in Europa zum ersten Mal ein Säugetier (die sogenannte „Krebsmaus“) patentiert. Schon zuvor gab es erste Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen, und auch auf menschliche Gene.
Eine wichtige Voraussetzung für eine verlässliche Erforschung und Bewertung von Risiken ist die Unabhängigkeit von wirtschaftlichen Einzelinteressen. Unternehmen, die riskante Produkte entwickeln und sie vermarkten wollen, dürfen keinen Einfluss auf deren Risikobewertung haben. Diese Unabhängigkeit ist aber oft nicht gewährleistet.