PlantGeneRisk

Datenbank zur Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU

Die Datenbank gibt einen Überblick über die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Risikobewertung durch die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA. Zu jeder in der Datenbank erfassten Pflanze gibt es eine Zusammenfassung und eine Übersicht über die derzeit bekannten Risiken. Diese werden in Hinblick auf Lücken in der Bewertung durch die EFSA erläutert. Die EU-Verordnungen 178/2002 und 1829/2003 sowie die Richtlinie 2001/18 messen dem Schutz von Umwelt und Verbrauchern eine große Bedeutung bei. Die Datenbank PlantGeneRisk soll dazu beitragen, dass diese gesetzlichen Vorgaben bei der Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen stärker berücksichtigt werden.

Überblick über in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen

Bis Mai 2015 haben 58 sogenannte Events gentechnisch veränderter Pflanzen eine EU-Zulassung als Futter- und Lebensmittel erhalten. Die meisten Pflanzen sind für den Import und die Verarbeitung in Lebens- und Futtermitteln vorgesehen. Eine Zulassung erstreckt sich auch auf den kommerziellen Anbau in der EU: der Mais MON810 von Monsanto. Von den bereits zugelassenen 58 Events entfallen 30 auf Mais, 11 auf Baumwolle, 12 auf Soja, 4 auf Raps, und 1 auf Zuckerrüben.


Die zugelassenen 61 Varianten kann man bezüglich ihrer technischen Merkmale in vier Gruppen unterteilen:

  • 9 Events produzieren Insektengifte (IP),
  • 22 Events tolerieren Unkrautvernichtungsmittel (HT),
  • 25 Events sind eine Kombination zwischen insektenresistenten und herbizidtoleranten Pflanzen (IPxHT)
  • Sonstige: 4 Sojalinien haben eine veränderte Zusammensetzung bestimmter Inhaltsstoffe, 1 Rapsvariante bildet unfruchtbaren Pollen.

Spezifische Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen

Die bislang ausgewerteten Daten machen deutlich, dass es in der bisherigen Risikobewertung grundlegende Mängel gibt:

  • Die Wechselwirkungen zwischen den „Gen-Pflanzen“ und der Umwelt werden nur oberflächlich untersucht. Gentechnisch veränderte Pflanzen reagieren aber aufgrund des Eingriffes in ihr Erbgut oft anders auf Umwelteinflüsse als konventionell gezüchtete Pflanzen. Dadurch kann es zu unerwarteten Veränderungen der Inhaltsstoffe und zu Risiken für die Verbraucher kommen.
  • Die Wirkungsweise der Insektengifte, die in den gentechnisch veränderten Pflanzen synthetisiert werden, ist nicht im Detail bekannt. Dies führt zu einem schwer abschätzbaren Risiko für Mensch und Umwelt. Die EU hat bereits Pflanzen mit insgesamt zehn verschiedenen Giftstoffen zugelassen. Diese können auch in Lebens- und Futtermitteln in jeweils unterschiedlichen Konzentrationen vorhanden sein und miteinander in Wechselwirkung treten. Da es keine ausreichend standardisierten Messverfahren gibt, lässt sich nicht einmal die Konzentration des Insektengiftes in den Pflanzen zuverlässig bestimmen.
  • Die meisten gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem europäischen Markt sind tolerant gegenüber Unkrautvernichtungsmitteln. Trotzdem existieren fast keine Daten über ihre Belastung mit Rückständen aus Spritzmitteln wie Roundup.
  • Generell sind keine Fütterungsversuche mit den Pflanzen vorgeschrieben, Langzeitunter¬suchungen fehlen meist völlig.
  • Wechselwirkungen, die beim gleichzeitigen Anbau und dem Verzehr verschiedener „Gen-Pflanzen“ auftreten können, werden nicht untersucht, obwohl die EU dies vorschreibt.
  • Auch die ebenfalls vorgeschriebene Überwachung der gesundheitlichen Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen, die bereits angebaut werden, existiert nicht.

Die Pilotversion der Datenbank wurde mit Mitteln der Gregor Louisoder Umweltstiftung und der Hermsen Stiftung aufgebaut.

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