KI & NGT-Pflanzen

KI wird bei der Planung von Gentechnik-Experimenten an Pflanzen oft für einzelne Arbeitsschritte eingesetzt. Es gibt aber auch NGT-Pflanzen, bei deren Entwicklung die KI eine entscheidende Rolle spielte. Ein Beispiel dafür sind NGT-Pappeln mit reduziertem Ligningehalt. Dazu wurden verschiedene Genkombinationen zur Reduktion des Ligningehalts im Holz von einem KI-Modell designt und bewertet. Ein anderes Beispiel ist herbizidresistenter Reis, bei dessen Herstellung KI eingesetzt wurde, um die Übertragung von besonders langen Genabschnitten zu erleichtern.

Des Weiteren wurde die Blütenarchitektur von Tomaten und Soja mithilfe von NGTs so verändert, dass sie durch KI-trainierte Roboter bestäubt werden können. 2025 wurde zudem erstmals gezeigt, dass es mit einem öffentlich zugänglichen KI-Tool (ChatGPT 4o) möglich ist, den genetischen Bauplan für eine insektizide Maispflanze zu entwerfen, die mit Neuer Gentechnik realisierbar wäre.

Aus aktuellen Datenbanken geht hervor, dass an vielen Arten mit NGTs experimentiert wird, die in der Umwelt überdauern, sich vermehren und ausbreiten können – darunter auch in der EU heimische Wildpflanzen. Die unkontrollierte Ausbreitung von NGT-Pflanzen in diesen Arten kann dazu führen, dass neue Genvarianten über Jahre, Jahrhunderte oder sogar ‚für immer’ in der Umwelt fortbestehen und sich negativ auf die Nahrungsmittelproduktion, die Ökosysteme und die heimische Artenvielfalt auswirken (mehr dazu in „Manipulierte Blüte bei NGT-Pflanzen: ein Riss durch die Ökosysteme“).

Viele Umweltrisiken von NGT-Pflanzen sind bereits in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben sind (mehr dazu in „A crack in creation? Freisetzungen von Organismen aus Neuer Gentechnik können die Ökosysteme gefährden“). Dazu zählen:

  • Auswirkungen veränderter Inhaltsstoffe auf Bestäuber, Pflanzenschädlinge und Nahrungsnetze;
  • erhöhtes invasives Potential;
  • Schwächung natürlicher Pflanzenpopulationen;
  • Ausbreitung von Pathogenen;
  • Gefährdung von Ernten;
  • Insektengiftigkeit;
  • unbeabsichtigte Veränderungen der Zusammensetzung von Bodenorganismen;
  • Gefährdung geschützter Arten.

Veröffentlichung / Letztes Update

März 2026