Es gibt mittlerweile große Datenbanken, in denen umfangreiche genetische Informationen zu verschiedenen Tierarten abrufbar sind. Diese werden beispielsweise in der konventionellen Züchtung von Rindern, Schweinen, Geflügel, Fischen und Garnelen genutzt, bei der auch KI zum Einsatz kommt.
KI wird in der Tierzucht aber zunehmend auch für NGT-Anwendungen interessant. Beispielsweise ist das Roslin Institute (bekannt durch das Klonschaf „Dolly“) an der Universität von Edinburgh an Projekten zur Rinderzucht beteiligt, bei denen KI zur Identifikation von regulatorischen Genvarianten eingesetzt wird. Dazu wurden KI-Strategien entwickelt, die sich sowohl bei Rindern als auch bei anderen Nutztierarten einsetzen lassen.

Wohin die Reise gehen kann, zeigen Publikationen und Patentanträge der US-Firma Colossal Biosciences, die ausgestorbene Wirbeltiere wie Wollmammuts, Schattenwölfe, Dodos und Tasmanische Tiger wieder ‚zum Leben erwecken‘ will. Was die Firma mithilfe von Gentechnik und KI aber tatsächlich kreiert (oder kreieren will), sind gentechnisch veränderte und zumindest teilweise auch zum Patent angemeldete Tiere wie Asiatische Elefanten, Grauwölfe, südamerikanische Laufvögel und Beutelmäuse.
Entkäme beispielsweise der ‚Schattenwolf‘ in die natürlichen Populationen der Grauwölfe, könnte er sich dort auch fortpflanzen. Da er größer und stärker ist als seine natürlichen Artgenossen, hätten er und seine Nachkommen einen Fitnessvorteil und könnten die natürlichen Populationen verdrängen. So könnten die Projekte von Colossal Biosciences genau das Gegenteil von dem erreichen, was angeblich angestrebt wird: Anstatt ausgestorbene Arten wiederzubeleben, würde der Fortbestand der heute existierenden Arten gefährdet.
Veröffentlichung / Letztes Update
März 2026