Obwohl nur ein kleiner Teil der Mikroorganismen bekannt ist, die beispielsweise die Böden besiedeln oder die Mikrobiome von Pflanzen und Tieren bilden, stehen in speziellen Datenbanken große Mengen an Genomdaten zahlreicher Mikroorganismen zur Verfügung. Entsprechend vielfältig sind hier die Einsatzmöglichkeiten von (Neuer) Gentechnik und KI-Programmen, mit denen auch Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Spezies analysiert und ggf. neue Kombinationen designt werden können.

In der US-Landwirtschaft werden NGT-Bakterien seit wenigen Jahren als Düngemittel zur Verbesserung der Nährstoffaufnahme bei Nutzpflanzen kommerziell vermarktet. Unter anderem durch den Einsatz von KI und NGTs will sich auch der Bayer-Konzern durch eine Kooperation mit dem Biotechnologieunternehmen Ginkgo Bioworks in dieser ‚Biologicals‘-Branche etablieren. Dieses Unternehmen gibt an, in seinen Datenbanken mehr als 300.000 agronomisch relevante Bakterienstämme mit mehr als 2,7 Milliarden Metagenom-Datensätzen abrufen zu können.
Problematisch ist unter anderem, dass die Vermehrung und Ausbreitung von Mikroorganismen kaum zu kontrollieren ist. Möglicherweise können sich die gentechnisch veränderten Bakterien, die als ‚Düngemittel‘ dienen sollen, über die Felder hinaus ausbreiten und andere Pflanzenarten, darunter auch Unkräuter, besiedeln. Und: durch häufige Zellteilung verändert sich das Erbgut der Bakterien beständig. Zudem können Bakterien sowohl innerhalb ihrer Art als auch auch über die Artgrenzen hinweg Gene austauschen, was zu einer unkontrollierten Ausbreitung und einer Instabilität der genetischen Veränderung führen kann.
Veröffentlichung / Letztes Update
März 2026