Verschiedene Datenbanken ermöglichen inzwischen den Zugriff auf das Erbgut zahlreicher Insektenarten. Durchsucht und bearbeitet werden diese Genomdaten mithilfe von KI-Programmen, um:
- Zielgene zu finden, die sich bei Schädlingen als Angriffspunkte für insektengiftige RNAi-Anwendungen eignen,
- regulatorische Sequenzen zu identifizieren, mit denen in die Genregulierung eingegriffen oder gezielt die Expression bestimmter Gene verstärkt werden kann,
- das Ergebnis des Einsatzes von CRISPR/Cas vorab abzuschätzen.

Für bestimmte Insektenarten werden mithilfe von Neuer Gentechnik zudem sogenannte ‚Gene Drives‘ entwickelt. Durch die Gene-Drive-Methode werden gentechnisch veränderte Organismen erzeugt, mit deren Hilfe sich künstliche Genkonstrukte in natürlichen Populationen deutlich schneller verbreiten können als bei normaler Vererbung. KI wird hier unter anderem dazu eingesetzt, um die Auswirkungen auf die Zielpopulationen abzuschätzen oder geeignete Zielgene zu identifizieren, die mithilfe der ‚Gene Drives’ verändert werden sollen.
Gene Drives können in natürlichen Populationen u.a. eine mutagene Kettenreaktion auslösen, die dazu führt, dass die betroffenen Populationen ausgerottet werden. Werden Gene-Drive-Organismen freigesetzt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass nachfolgende Generationen ungewollte Eigenschaften aufweisen, die im Labor nicht zu beobachten waren. Kommt es zu Schäden, wird es in vielen Fällen keine ausreichenden Möglichkeiten für Kontrollen oder die Rückholung der Gentechnik-Organismen geben.
Veröffentlichung / Letztes Update
März 2026