Die Konvergenz von Gentechnik und KI
Die Konvergenz von künstlicher Intelligenz (KI) und Gentechnologie bzw. Synthetischer Biologie verspricht nicht nur großen Nutzen, sondern birgt auch hohe Risiken – auch für die Umwelt.
Der Zugriff auf unzählige Genom-Datenbanken ermöglicht es der KI, riesige Mengen an molekulargenetischen Informationen in kurzen Zeiträumen zu durchsuchen und als Grundlage für das Design neuer Genvarianten und Genkombinationen zu nutzen. Zudem ist es mithilfe der Werkzeuge der Neuen Gentechnik (NGT) wie beispielsweise der ‚Gen-Schere‘ CRISPR/Cas möglich, fast jedes Gen in jeder Lebensform gentechnisch zu verändern.
Was diese Konvergenz so brisant macht, ist die rasante und parallele Entwicklung der beiden Hochtechnologien. Es entstehen vielfältige Kombinationen und Synergien zwischen den Anwendungen der Gentechnik und der KI, die sich nur zum Teil vorhersagen oder planen lassen.
Durch machtpolitische Strategien und Rivalität zwischen den USA, China und der EU wird diese Dynamik zusätzlich befeuert. Es besteht die Gefahr, dass die Risiken von Freisetzungen gentechnisch veränderter Organismen aus strategischen Gründen wissentlich in Kauf genommen werden, um den Wettbewerb um KI und Gentechnik zu ‚gewinnen‘. Der Schutz von Mensch und Umwelt wird, ganz im Sinne libertärer Vorstellungen, den freien Kräften des Marktes überlassen .
Dabei geht es nicht nur um die Risiken einzelner Gentechnik-Organismen, sondern auch um die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung, die Vielfalt der neuen Merkmale, die Anzahl der freigesetzten Organismen und die Bandbreite der betroffenen Arten sowie deren Wechselwirkungen.
