Kettenreaktionen mit Risiken für die Biodiversität

ForscherInnen nahmen verschiedene Veränderungen im Genom von Arabidopsis thaliana vor, um den Gehalt an Glucosinolaten (bitter schmeckende Verbindungen) zu verändern. Untersucht wurden die Auswirkungen der verschiedenen Genvarianten auf das Vorkommen von Blattläusen und Nützlingen (parasitären Wespen), die die Blattläuse parasitieren (Barbour et al., 2022).
Unter den Versuchsbedingungen führte eine durch NGT verursachte Verringerung der genetischen Vielfalt zu einer Destabilisierung der Nahrungsnetze. Die Anzahl der Insekten ging in vielen Fällen zurück, zum Teil starben die untersuchten Arten aus. Bei einer der genetischen Varianten kam es auch zu einem starken Anstieg der Anzahl von Blattläusen und Wespen, was ebenfalls zu einer Störung der Ökosysteme führen kann (Barbour et al., 2022). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die großflächige Freisetzung von NGT-Pflanzen mit spezifischen Veränderungen in ‚Schlüsselgenen’ zu einem Rückgang der biologischen Vielfalt führen und Kettenreaktionen auf mehreren Ebenen der Ökosysteme auslösen kann.
Art und Anzahl der genetischen Veränderungen, die für die Versuche nötig waren, liegen innerhalb der vorgeschlagenen EU-Grenzwerte für eine beschleunigte Freisetzung und Marktzulassung.
Veröffentlichung / Letztes Update
Februar 2026
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