Gentechnik-Bodenbakterien

Störung der Bodenökologie

Bodenbakterien wurden gentechnisch so verändert, dass sie kontinuierlich Stickstoffverbindungen produzieren (Martinez-Feria et al., 2024). Nach ihrer Freisetzung auf dem Feld besiedeln die gentechnisch veränderten Bakterien die Wurzeln von Pflanzen und stimulieren im Idealfall das Wurzel- und damit das Pflanzenwachstum. Diese Bakterien gab es zuvor in der Natur nicht. Ihre Verwendung ist in den USA bereits zugelassen. Es ist unklar, inwieweit Umweltrisiken getestet wurden.

Aufgrund häufiger Zellteilungen unterliegt das Erbgut von Bakterien ständigen Veränderungen. Zudem können innerhalb der Art und auch über die Artgrenzen hinweg Gene ausgetauscht werden, was zu einer unkontrollierten Verbreitung und Instabilität der genetischen Veränderung führen kann (Miklau et al., 2024; Eckerstorfer et al., 2025). Möglicherweise können sich die gentechnisch veränderten Bakterien über die Felder hinaus ausbreiten und andere Pflanzenarten, darunter auch Unkräuter, besiedeln.

Die Europäische Kommission hat einen Entwurf für eine Schnellzulassung gentechnisch veränderter Bakterien vorgelegt, der jedoch recht vage ist. Es ist unklar, ob die in diesem Beispiel beschriebenen NGT-Bakterien auch in Zukunft eine verpflichtende Risikobewertung durchlaufen müssen.

Veröffentlichung / Letztes Update

Februar 2026

Weitere Informationen:

Eckerstorfer et al. (2025) Environmental Applications of GM Microorganisms: Tiny
Critters Posing Huge Challenges for Risk Assessment and Governance. Int J Mol Sci
26, 3174.

Martinez-Feria et al. (2024) Genetic remodeling of soil diazotrophs enables partial
replacement of synthetic nitrogen fertilizer with biological nitrogen fixation in maize.
Sci Rep 14, 27754.

Miklau et al. (2024) Horizon scanning of potential environmental applications of
terrestrial animals, fish, algae and microorganisms produced by genetic modification,
including the use of new genomic techniques. Front Genome Ed, 6: 1376927.