Weniger scharf – weniger stark gegen Schädlinge?

Brassica juncea wird weltweit für die Öl- und Senfproduktion angebaut. Die Pflanzen produzieren von Natur aus Substanzen, die als Glucosinolate bekannt sind. Diese dienen den Pflanzen zur Abwehr von Schädlingen, sind aber auch für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften als Lebensmittel bekannt. Das Unternehmen Pairwise nutzte CRISPR/Cas, um in den Stoffwechsel der Glucosinolate einzugreifen und bestimmte Genfunktionen auszuschalten. Dadurch sollen die Blätter weniger scharf schmecken (Karlson et al., 2022). Anzahl und Art der genetischen Veränderungen, die erforderlich sind, um das Merkmal in der NGT-Senfpflanze zu erreichen, liegen innerhalb der vorgeschlagenen EU-Grenzwerte für eine beschleunigte Zulassung. Trotzdem ist dieser spezifische Genotyp und Phänotyp neu für die Umwelt.
Diese NGT-Anwendung betrifft Inhaltsstoffe, die auch für die natürlichen Abwehrmechanismen der Pflanzen wichtig sind. In der Folge könnten diese NGT-Pflanzen anfälliger für Pflanzenpathogene und Pflanzenschädlinge sein. Die Interaktionen mit der Umwelt können auf mehreren Ebenen gestört sein und zu einer Beeinträchtigung von Arten führen, die mit diesen Pflanzen in Wechselwirkung stehen (siehe Barbour et al., 2022). Freisetzungen könnten zu einem großen Problem für die Ökosysteme werden, da die Pflanzen in der Umwelt überdauern, sich verbreiten und mit verwandten Arten hybridisieren können. Die NGT-Senfpflanzen wurden vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) ohne detaillierte Risikobewertung dereguliert. Das Unternehmen Bayer versucht derzeit, diese Pflanzen auf den Markt zu bringen.
Veröffentlichung / Letztes Update
Februar 2026
Weitere Informationen: