Super-Muskel-Schweine

- für die Fleischindustrie...

Mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren unter Verwendung von Gen-Scheren wie CRISPR/Cas sollen unter anderem auch Nutztiere mit erhöhtem Muskelwachstum geschaffen werden. Bei Rindern und Schweinen ist der Einsatz der Gen-Schere aber oft problematisch: Oft werden deswegen einzelne Zellen aus der Haut genommen, mit CRISPR & Co gentechnisch verändert und über Klonverfahren (wie schon beim Klon-Schaf Dolly eingesetzt) dann in embryonale Zellen umgewandelt, aus denen sich dann lebensfähige Embryonen und Tiere entwickeln sollen. In der Folge gibt es nicht nur Probleme mit den veränderten Genen, sondern auch mit der Genregulierung, die insbesondere durch das Klonverfahren gestört wird. Viele Tiere werden krank geboren und sterben kurz nach der Geburt.

Ein Projekt der neuen Gentechnik sind sogenannte ,Doppelmuskeltiere‘. In verschiedenen Experimenten mit Schweinen, Kühen, Schafen und Ziegen wurde versucht, das Myostatin-Gen (MSTN), welches das Muskelwachstum kontrolliert, auszuschalten. Im Resultat sollen sich die Muskelzellen unnatürlich stark vermehren. Dabei kann es bei den Tieren aber zu erheblichen gesundheitlichen Problemen kommen: Bei Versuchen in China entstanden aus 900 Embryonen nur acht Ferkel mit den gewünschten gentechnischen Veränderungen. Und auch diese starben in den ersten Monaten. Die Ferkel litten an Gesundheitsproblemen wie verdickten Zungen. Später wurden nach vielen weiteren Versuchen auch scheinbar gesunde Exemplare geboren. Aussagen über deren tatsächlichen Gesundheitszustand zu treffen, ist jedoch schwierig, weil sie schon früh für weitere Untersuchungen getötet wurden.

Dieses Beispiel zeigt: Genome Editing an Nutztieren ist keineswegs frei von Nebenwirkungen, sondern oft mit Tierleid verbunden. Auch der Verzehr von Nahrungsmitteln, die von diesen Tieren gewonnen werden, kann mit Risiken verbunden sein.

 

Publication year: 
2020