"Golden Rice"

Worum geht es?
Um die Versorgung mit Vitamin-A zu verbessern, wurde Reis gentechnisch so verändert, dass er Carotinoide produziert. Carotinoide sind eine Vorstufe von Vitamin A. Durch sie erhalten die Reiskörner auch eine gelbliche Farbe. Natürlicherweise enthalten geschälte Reiskörner keine Carotinoide.

Dieser so genannte „Golden Rice“ soll zur Bekämpfung der Vitamin-A-Mangelkrankheit eingesetzt werden, die in verschiedenen Entwicklungsländern ein ernsthaftes Problem darstellt. Das Internationale Reisforschungsinstitut IRRI überprüft derzeit die Eigenschaften des Gentechnik-Reis, der u.a. mithilfe des Konzerns Syngenta bereits vor über zehn Jahren entwickelt wurde.

Was ist das Problem?
Trotz gegenteiliger Behauptungen wurd der Gentechnik-Reis–– nie umfassend auf seine tatsächliche Eignung zur Bekämpfung des Vitamin-A-Mangels getestet. Auch die Risiken für Mensch und Umwelt wurden nicht umfassend untersucht. Wird der Gentechnik-Reis angebaut, kann er sich mit natürlichem Reis kreuzen und seine Gene unkontrolliert in Wildreis und in regionalen Reissorten verbreiten.

Welche Folgen das haben kann, zeigt eine wissenschaftliche Publikation aus dem Jahr 2017. Bei Kreuzungen des „Golden Rice“ mit der wichtigen indischen Reis-Sorte „Swarna“, zeigten die Reispflanzen ein deutlich gestörtes Wachstum. Dafür gibt es mehrere Ursachen: Das zusätzlich eingebaute Genkonstrukt beeinträchtigt die Funktion eines natürlichen Gens, das für das Wachstum der Pflanzen sorgt. Zum andern waren die zusätzlichen Gene nicht wie geplant nur in den Körnern aktiv, sondern auch in den Blättern. Dadurch verminderte sich der Gehalt des für die Pflanzen lebensnotwendigen Chlorophylls.

Diese Nebenwirkungen waren bei früheren Untersuchungen nicht aufgefallen. Vielmehr war man bislang davon ausgegangen, dass die hier verwendeten gentechnisch veränderten Reispflanzen genetisch stabil sind.


Weitere Informationen
Bekannt geworden ist der „Golden-Rice“ insbesondere durch eine Kampagne der Befürworter des Projektes. Sie behaupten, insbesondere Umweltorganisationen seien schuld am Tod von Millionen Menschen, weil sie die Markteinführung des Gentechnik-Reis verhindern würden. Wie aber auch auf der Website des Internationalen Reisforschungsinstituts nachzulesen ist, fehlen nach wie vor die nötigen Daten, um zu beurteilen, ob der „Golden Rice“ überhaupt für Anbau und Verzehr geeignet ist. Zudem fehlen auch die nötigen Daten für eine detaillierte Risikobewertung. Bisher gibt es noch keine „Golden Rice“-Sorten, die für den kommerziellen Anbau geeignet wären. Die Anschuldigungen der Betreiber der „Golden-Rice“-Kampagne entbehren somit jeglicher Grundlage.

Die Gentechnik-Industrie erhofft sich durch die Markteinführung des „Golden Rice“ eine höhere Akzeptanz für den weltweiten Anbau von Gentechnik-Pflanzen.

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Publication year: 
2017