„Smartstax“ - Mais

Worum geht es?

Mittels Gentechnik werden Pflanzen gegen Spritzmittel resistent gemacht und produzieren selbst Gifte. Aber auch die Schädlinge werden immer resistenter. Die Folge ist ein regelrechtes „Wettrüsten“ – wodurch die Belastung für Mensch und Umwelt weiter ansteigt.

Bei vielen gentechnisch veränderten Ackerpflanzen werden zwei Eigenschaften kombiniert: Sie werden gentechnisch so manipuliert, dass sie zum einen selbst Insektengifte produzieren und zum anderen resistent sind gegen verschiedene Herbizide, die gespritzt werden. Solche Pflanzen werden als „Stacked Events“ bezeichnet. Sie sollen es Landwirten erleichtern, Schädlinge und Unkräuter zu bekämpfen. Der Mais „SmartStax“ (Monsanto & DowAgro Sciences) produziert beispielsweise sechs verschiedene Insektengifte und ist gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel resistent. Auch bei Soja und Baumwolle gibt es bereits entsprechende Kreuzungen. Ein Beispiel ist die Sojapflanze „Intacta“ von Monsanto, die ein Insektengift produziert und gegen Glyphosat resistent gemacht wurde. Andere Pflanzen, wie die Soja „Balance Bean“ (FG72) der Firma Bayer, wurden gegen die kombinierte Anwendung zweier Herbizide resistent gemacht.

 

Was ist problematisch?

Die Ernte solcher Gentechnik-Pflanzen ist für den Import in die EU zugelassen. Sie enthält sowohl Insektengifte als auch Rückstände der Herbizidmischungen, mit denen sie gespritzt wurde. Bei einigen dieser Pflanzen sind die gesundheitlichen Risiken offensichtlich: Die Soja „Balance Bean“ von Bayer ist gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel resistent gemacht, von denen wenigstens eines (Isoxaflutol) als wahrscheinlich krebserregend gilt. Das andere Herbizid, Glyphosat, steht zumindest im Verdacht, krebserregend zu sein. Die Kombinationswirkungen dieser Rückstände mit den von der Pflanze selbst produzierten Insektengiften werden in der EU vor einer Importzulassung aber nicht geprüft. Auch die gesundheitlichen Risiken einer Mischung von verschiedenen Gentechnik-Pflanzen, die für den Import zugelassen sind, wurden nie untersucht. Derzeit gibt es für die EU bereits über 50 solcher Importzulassungen. Wegen der fehlenden Untersuchungen ist Testbiotech bereits gegen mehrere Zulassungen aktiv geworden, auch vor Gericht. Die Politik blieb bisher allerdings tatenlos.


Weitere Informationen:

Die Giftmischer-Pflanzen sind eine logische Konsequenz der industriellen Landwirtschaft, wie sie in den USA und in anderen Ländern praktiziert wird. Auf Millionen Hektar werden dort resistent gemachte Gentechnik-Pflanzen angebaut. Das Problem dabei ist, dass sich auch immer mehr Unkräuter und Schädlinge an Bt-Toxine und Herbizide anpassen. Im Resultat findet dort ein regelrechtes Wettrüsten mit immer mehr Gentechnik und immer mehr Herbiziden auf dem Acker statt – und die Belastung für Mensch und Umwelt steigt dadurch weiter an. Für Konzerne wie Bayer und Monsanto ist das ein Geschäft: Sie verkaufen patentiertes Saatgut und Spritzmittel im Doppelpack. Gleichzeitig nehmen sie massiven Einfluss auf die Erforschung und Bewertung von Risiken.


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Publication year: 
2017