Zwischenbilanz der Unterschriftenaktion für Kontrolle der Synthetischen Biologie: Forderung nach gesetzlichen Regelungen

München, 8. Januar 2011 Von Juni bis Ende 2010 hat die Initiative zum „Schutz der Umwelt vor Synthetischen Organismen“ etwa 5000 Unterschriften gesammelt. Der Aufruf wurde im Juni 2010 von Testbiotech gestartet und wird von acht weiteren Institutionen unterstützt. Die Unterzeichner fordern einen vorbeugenden Schutz der Umwelt vor einer Freisetzung künstlicher Lebewesen, eine kontinuierliche Kontrolle von Laboren und ein Moratorium bei staatlichen Förderprogrammen von Projekten der Synthetischen Biologie. Es ist wahrscheinlich weltweit die erste Unterschriftenaktion zu diesem Thema. Die Synthetische Biologie ist eine relativ junge Technologie, die unter anderem die Produktion von vollständig künstlichen Lebewesen ermöglichen soll. Die geplanten Anwendungen gehen über die der Gentechnik hinaus.

„Diese ersten Unterschriften senden ein klares Signal an die Politik und die Öffentlichkeit. Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass künstliche Organismen in die Umwelt gelangen, die nicht mehr zurückgeholt werden können. Derartige Vorschriften fehlen im deutschen Gentechnikgesetz ebenso wie auf internationaler Ebene“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Außerdem sollten nicht länger hunderte Millionen Euro aus Steuermitteln in die Anwendungen dieser Technologie investiert werden. Zuerst muss eine breite gesellschaftliche Debatte über die Auswirkungen der Schaffung von künstlichem Leben geführt werden.“ Testbiotech hat sich bereits an den Bundestag und das Bundesministerium für Bildung und Forschung gewandt und erste konkrete Regelungen für Verbesserungen im Gentechnikgesetz vorgeschlagen.

Bis Ende Juni 2011 werden weiter Unterschriften zum „Schutz der Umwelt vor Synthetischen Organismen“ gesammelt. Die Aktion wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND sowie dem Bund Naturschutz, BN, dem Gen-ethischen Netzwerk, der Gesellschaft für ökologische Forschung, dem Naturschutzbund NaBu, dem Ökologischen Ärztebund sowie von den Stiftungen Gekko und Grassrouts unterstützt. In der Schweiz haben sich die Organisationen Basler Appell gegen Gentechnik und ÄrztInnen für den Umweltschutz angeschlossen. Die Zeitschriften Schrot & Korn und Spatz haben dazu beigetragen, den Aufruf bekannt zu machen.

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