Wissenschaftliche Publikation über KI-generierten NGT-Mais

EU-Kommission würde insektengiftigen Mais ohne Risikoprüfung zulassen

2. Oktober 2025

Heute wurde der Bauplan für einen insektengiftigen gentechnisch veränderten Mais in der Fachzeitschrift Frontiers in Plant Science veröffentlicht. Das Besondere: Er wurde mit künstlicher Intelligenz (KI) für die Anwendung von Neuer Gentechnik (NGT) designt. Dabei wurde ein Gesetzesvorschlag der EU-Kommission für die künftige Regulierung von NGT-Pflanzen als Richtschnur genutzt. Im Ergebnis könnten die NGT-Pflanzen ohne verpflichtende Prüfung der Umweltrisiken auf den Markt kommen.

Erste Ergebnisse des Experiments, an dem Testbiotech federführend beteiligt war, liegen bereits seit Mai 2025 vor. Jetzt wurden die Details dazu in einer internationalen Fachzeitschrift nach Peer Review veröffentlicht. Das von der KI vorgeschlagene Design sieht vor, mittels Neuer Gentechnik in die Genregulation der Pflanzen einzugreifen. Dadurch soll die Konzentration eines bestimmten Proteins erhöht werden, das auch in konventionell gezüchteten Pflanzen vorkommt. Während die Konzentration des Abwehrstoffes natürlicherweise nur bei Insektenbefall für kurze Zeit ansteigt, würde dessen Produktion in den NGT-Pflanzen dauerhaft erhöht.

Insektizide Pflanzen können nicht nur für pflanzenfressende Insekten giftig sein, sondern auch erhebliche Risiken für Nicht-Ziel-Organismen, Nahrungsnetze, die Funktion der Ökosysteme und die biologische Vielfalt darstellen. Nach dem aktuellen EU-Gesetzesvorschlag dürften künftig NGT-Pflanzen mit bis zu 20 genetischen Veränderungen ohne vorherige Umweltverträglichkeitsprüfung in die Umwelt freigesetzt und vermarktet werden. Die daraus gewonnenen Lebensmittel wären nicht kennzeichnungspflichtig. Tatsächlich gibt es aber keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass NGT-Pflanzen, die unterhalb dieses ‚magischen Schwellenwertes‘ von 20 genetischen Veränderungen bleiben, sicherer wären als andere Pflanzen.

Die KI hat den insektengiftigen Mais gezielt so designt, dass er die Vorgaben der EU-Kommission erfüllt. Dabei wurden die von der Kommission vorgeschlagenen Kriterien als eine Art Bauanleitung genutzt, um eine verpflichtende Risikoprüfung zu umgehen. Im Ergebnis kann der insektengiftige KI-Mais als eine Art experimenteller Beweis dafür angesehen werden, dass der EU-Vorschlag für die künftige Regulierung von NGT-Pflanzen unzureichend und bereits wissenschaftlich überholt ist, bevor er in Kraft treten würde.

Der Vorschlag der Kommission wird derzeit in Brüssel diskutiert und soll in den nächsten Wochen oder Monaten endgültig abgestimmt werden. Testbiotech fordert, den Vorschlag abzulehnen, da dieser keinen sicheren Umgang mit NGT-Pflanzen gewährleistet.

Kontakt:

Christoph Then, info@testbiotech.org, Tel 0151 54638040

Weiterführende Informationen:

Die Studie zum KI-Mais

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