Transgene Bohnen könnten Umwelt und Gesundheit schaden

Lücken in der Risikobewertung von in Nigeria angebauten Bt-Kuhbohnen

1. Februar 2022 / Eine neue wissenschaftliche Publikation zeigt erhebliche Defizite in der Risikobewertung von gentechnisch veränderten Kuhbohnen, die in Nigeria bereits zum Anbau zugelassen sind. Die transgenen Pflanzen produzieren ein insektengiftiges Bt-Toxin, das die Pflanzen vor dem Befall mit bestimmten Raupen schützen soll. Testbiotech empfiehlt eine Aussetzung der Zulassung und die Durchführung genauer Untersuchungen, bevor weitere Freisetzungen geplant werden. Andernfalls könnten Anbau und Verzehr der Bohnen zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt werden.

Die wichtigsten Ergebnisse der Analyse von öffentlich verfügbaren Daten sind:

(1) Auskreuzung und Hybridisierung mit traditionellen Sorten und wilden Verwandten der Kuhbohnen sind wahrscheinlich und können zu einer Ausbreitung der Transgene in der Umwelt führen. Deren Langzeitfolgen sind nicht vorhersagbar oder kontrollierbar. Zusätzlich kann Kontamination zu einer Gefahr für Saatgutsammlungen, traditionelle Anbaumethoden und das einzigartige Erbe der afrikanischen Landwirtschaft werden.

(2) Es wurde nicht untersucht, ob das Insektengift, das von den transgenen Pflanzen produziert wird, Schäden an der biologischen Vielfalt, Insekten und Bodenorganismen verursachen kann. Dies ist besonders bedenklich, da Kuhbohnen natürlicherweise Inhaltsstoffe produzieren, von denen bekannt ist, dass sie die Giftigkeit der Bt-Toxine wesentlich erhöhen. Diese synergistischen Effekte können auch die Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln beeinträchtigen. Doch diese Risikopotentiale wurden von den nigerianischen Behörden nicht in Betracht gezogen.

(3) Es gibt Hinweise darauf, dass Kuhbohnen natürlicherweise Allergene enthalten. Gleichzeitig stehen Bt-Toxine im Verdacht, Immunreaktionen auszulösen oder zu verstärken. Da es viele traditionelle Arten der Zubereitung von Kuhbohnen in Lebens- und Futtermitteln gibt, können die gesundheitlichen Risiken von Fall zu Fall unterschiedlich sein und müssen deswegen im Einzelnen bewertet werden. Es liegen jedoch keine experimentellen Daten vor, die zur Untersuchung der Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln herangezogen werden könnten.

Testbiotech kommt zu der Einschätzung, dass die identifizierten Risikopotentiale ernst genommen werden müssen und dass die Lücken in der Risikobewertung erheblich sind. Deswegen sollten weitere Freisetzungen und der Anbau von Bt-Kuhbohnen nicht erlaubt werden, solange keine weiteren genaueren Untersuchungen durchgeführt wurden. Die genannten Bedenken gelten auch für andere Staaten, in denen die transgenen Bohnen zur Freisetzung oder Vermarktung vorgesehen sind.

Kontakt:
Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.de

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