Transgene Baumwolle verändert Wildpopulationen in der Ursprungsregion

Studie aus Mexiko liefert auch Hinweise auf ökologische Auswirkungen

30. Juni 2026

In einer aktuellen Studie zeigen mexikanische WissenschaftlerInnen, dass sich gentechnisch veränderte Baumwolle in der wilden Ursprungsart weiter ausbreitet. Gefunden werden transgene Eigenschaften wie Insektengiftigkeit und Resistenz gegen Glyphosat. Die Ausbreitung dauert bereits über mehrere Generationen an. Mit der Studie werden frühere Untersuchungen fortgesetzt. Demnach ist transgene Baumwolle inzwischen wesentlich weiter in den Wildpopulationen verbreitet, als bisher bekannt war. Mexiko ist das Ursprungszentrum der Baumwolle.

Entsprechende Untersuchungen wurden auf der Yucatán-Halbinsel in Mexiko durchgeführt. Die ForscherInnen wollten herausfinden, ob auch in den dort vorkommenden Wildpopulationen der Baumwolle (Gossypium hirsutum) Einkreuzungen von Transgenen auftreten. Gentechnisch veränderte Baumwolle wird in Mexiko seit über 25 Jahren angebaut, jedoch nicht in den Untersuchungsgebieten. Analysiert wurde, ob die Pflanzen Resistenzgene gegen Glyphosat (epsps) oder insektengiftige Bt-Toxingene (wie cry1Ac oder cry2Ab) enthalten. Darüber hinaus wollten die ForscherInnen in Erfahrung bringen, ob ökologische Effekte auftreten, z.B. in der Zusammensetzung von Ameisenarten in der Umgebung der Pflanzen.

Fast die Hälfte aller untersuchten Wild-Baumwollpflanzen enthielten demnach Transgene, an einem Standort sogar rund 70 Prozent. In den meisten Fällen waren die Pflanzen glyphosatresistent, aber auch Insektengiftigkeit wurde häufig festgestellt. In zahlreichen Proben konnten sogar verschiedene Transgene gleichzeitig in einer Pflanze nachgewiesen werden.

Die mit den Pflanzen vergesellschaften Ameisenpopulationen waren bei den transgenen Wildpflanzen in ihrer Zusammensetzung verändert. Diese Tiere profitieren von Pflanzensekreten, wehren Schädlinge ab und sind an der Ausbreitung der Samen beteiligt. Auch in einer früheren Studie hatten sich schon Veränderungen in den Ameisenpopulationen gezeigt. Zu den bisher vorliegenden Ergebnissen gehören auch Effekte auf die Darmflora von Insekten, die sich von den Pflanzen ernähren.

Die veränderten Interaktionen der Pflanzen mit ihrer Umwelt können langfristige Folgen für die wilden Baumwollarten und deren Ökosysteme haben. Da die unkontrollierte Ausbreitung der Gentechnikkonstrukte das Ursprungszentrum der Baumwolle betrifft, drohen wichtige genetische Ressourcen z. B. für die Züchtung neuer Baumwollsorten unwiederbringlich verloren zu gehen.

Kontakt:

Christoph Then, info@testbiotech.org, Tel 0151 54638040

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Die Studie

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