„Rostige Gen-Schere“ 2025: Gewinner steht fest

Gentechnisch veränderte Meerbrasse aus Japan erhält den Negativpreis

16. Januar 2026

Die „Rostige Gen-Schere“ ist ein Negativpreis für die absurdeste Gentechnik-Kreation, den Testbiotech ins Leben gerufen hat, um eine Diskussion über die Ziele der Anwendung von Neuer Gentechnik (NGT) anzustoßen. In den letzten Jahren zeichnete sich die Berichterstattung über dieses Thema größtenteils durch eine unkritische Übernahme von Heilsversprechen der Gentechnik-Industrie und anwendungsorientierter ForscherInnen aus. Beispielsweise wird der Einsatz von Pflanzen aus Neuer Gentechnik als eine unmittelbar umsetzbare Strategie zur Ernährungssicherung in Zeiten des Klimawandels dargestellt, obgleich sich entsprechende NGT-Pflanzen erst im frühen Forschungsstadium befinden. Risiken werden oft komplett ausgeblendet.

Die Aktion „Rostige Gen-Schere“ soll darauf aufmerksam machen, dass die Entwicklungen im Bereich der (Neuen) Gentechnik häufig von hohen Profiterwartungen getrieben sind. Der Gewinner des Negativpreises für die absurdeste Gentechnik-Kreation wurde durch eine öffentliche Online-Abstimmung ermittelt.

Zur Wahl standen die Wiederauferstehung des Mammuts (Colossal Biosciences; Platz 2), Kirschen ohne Kerne (Pairwise; Platz 3) und die Muskel-Meerbrasse von „Regional Fish“ aus Japan, die den ersten Preis gewonnen hat. Diese Gentechnik-Fische werden unter dem Slogan angekündigt: „Fish for future, for the people, for our planet.“

Bei diesen Meerbrassen wurde gezielt das Myostatin-Gen blockiert, welches das Muskelwachstum reguliert. In der Folge kommt es zu übermäßig starkem Muskelzuwachs, einem größeren Körper, Wirbelsäulenfehlstellungen und vermutlich eingeschränktem Bewegungsverhalten. Ziel der genetischen Veränderung ist eine Erhöhung des Gewichts der Fische und wirtschaftliche Effizienz in der Aquakultur. Genaue Untersuchungen zu Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere wurden bislang nicht veröffentlicht.

Das Beispiel zeigt, dass die Neue Gentechnik extreme Veränderungen ermöglicht, die auch erhebliche tierschutzrechtliche und ethische Fragen aufwerfen. Ohne verpflichtende Risikoprüfung und Technikfolgenabschätzung besteht die Gefahr, dass kommerziell getriebene Anwendungen mit unzureichend geprüften Folgen für Tiere, Umwelt und VerbraucherInnen auf den Markt gelangen.

Testbiotech dankt allen, die an der Umfrage teilgenommen haben.

Kontakt:

Christoph Then, info@testbiotech.org, Tel 0151 54638040

Weiterführende Informationen:

Mehr zu den drei KandidatInnen