Die EU hat sich im Rahmen der Trilog-Verhandlungen zwischen EU-Parlament, Ministerrat und Kommission auf einen Vorschlag geeinigt, fast alle Pflanzen aus Neuer Gentechnik (NGT) von der bisherigen Verpflichtung der Prüfung von Umweltrisiken auszunehmen. Auch die Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung und Rückverfolgbarkeit sollen nicht mehr gelten. Wirksame Maßnahmen, um Patente auf Saatgut zu stoppen, sind nicht vorgesehen. Dieser Vorschlag hat heute bei einer Probeabstimmung auch die Mehrheit der EU-Mitgliedsländer erhalten, wobei sich die deutsche Regierung enthalten hat. Anfang 2026 soll auch im EU-Parlament darüber entschieden werden.
Nach Ansicht von Testbiotech würden mit der neuen Regulierung neue Kriterien eingeführt, die den Anschein erwecken, dass es auch in Zukunft gewisse Regeln und Sicherheitsstandards für die Freisetzung von NGT-Pflanzen geben wird. In Wirklichkeit erhält die Industrie aber einen Freibrief, um diese Pflanzen im Schnellverfahren auf den Markt zu bringen, im Zweifel auch auf Kosten von Mensch und Umwelt. Wird dieser Vorschlag angenommen, zöge sich die EU weitgehend aus ihrer Verantwortung für die Wahrung des Schutzes von Mensch und Umwelt zurück und würde diese den freien Kräften des Marktes überlassen.
Noch besteht die Chance, dass das EU-Parlament den Vorschlag ablehnt. Testbiotech bietet deswegen ein Mitmachaktion an, mit der die Abgeordneten über die Gründe für eine Ablehnung informiert werden können.
Kontakt:
Christoph Then, info@testbiotech.org, Tel 0151 54638040
Weiterführende Informationen: