Arbeitsgruppen der Gesellschaft für Ökologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz (GFÖ) sowie der European Ecological Federation (EEF) haben eine Stellungnahme zu einem aktuellen Vorschlag der EU-Kommission veröffentlicht. Sie sprechen sich klar gegen die Pläne aus, die Standards für die Risikobewertung von Freisetzungen gentechnisch veränderter Mikroorganismen erheblich abzusenken.
Im Dezember 2025 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Änderung der geltenden Vorschriften bezüglich der Freisetzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen (GVM) in die Umwelt. Der Vorschlag sieht ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren für GVM mit angeblich „geringem Risiko“ vor, einschließlich niedrigerer Standards für Risikobewertung, Überwachung und Nachweismethoden bei Freisetzungen in die Umwelt. Der Vorschlag wird derzeit im EU-Parlament diskutiert.
Die ExpertInnen für Ökologie lehnen die Einführung einer Kategorie „geringes Risiko“ für gentechnisch veränderte Mikroorganismen ab, da diese sich „schnell weiterentwickeln und ausbreiten sowie mit unzähligen anderen Organismen interagieren können. Daher könnte die Freisetzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen (GVM) die lokalen Netzwerke destabilisieren und die einheimische Mikrobiota verdrängen, die selbst eine wertvolle genetische Ressource darstellen“. Aus diesen Gründen müsse die Umweltrisikobewertung ausgeweitet, aber nicht reduziert werden.
Die ÖkologInnen empfehlen auch, nicht auf das Umweltmonitoring zu verzichten (wie von der Kommission vorgeschlagen), sondern im Gegenteil „eine langfristige Überwachung verbindlich vorzuschreiben“. Sie fordern zudem, dass die Hersteller vor der Genehmigung zur Freisetzung in die Umwelt die Funktionsweise der gentechnisch veränderten Mikroorganismen erst nachweisen müssen und die Gültigkeitsdauer der Genehmigungen streng begrenzt wird.
Parallel dazu hat auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) einen Bericht zum Thema veröffentlicht, in dem ebenfalls Kritik am Vorschlag der Kommission geäußert wird: „Eine generelle Kategorisierung von GVM als ‚GVM mit geringem Risiko‘ ist aus Umweltsicht zur Risikobewertung nicht geeignet, da sie potenziell umweltrelevante Eigenschaften der GVM und die unterschiedlichen aufnehmenden Umwelten nicht ausreichend berücksichtigt.“
Testbiotech hat mehrere Berichte und Hintergründe über gentechnisch veränderte Mikroorganismen und die jüngsten Pläne der EU veröffentlicht und unterstützt die jetzt veröffentlichten Stellungnahmen.
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Christoph Then, info@testbiotech.org, Tel 0151 54638040
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