Interessenskonflikte in der EFSA: Europäisches Parlament verweigert der Behörde die Entlastung des Haushalts

Brüssel 10.5.2012. Das Europäische Parlament lehnte es heute ab, den Haushalt der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA für das Jahr 2010 abzusegnen. Dabei folgte das Parlament den Empfehlungen des Haushaltsausschusses, der die EFSA wegen Interessenskonflikten und „Drehtüreffekten“ scharf kritisiert.
Im Zentrum der Kritik stehen die Verbindungen der EFSA zum International Life Sciences Institute (ILSI), das von der Lebensmittel- und der Agrochemieindustrie finanziert wird. Beziehungen zur ILSI bestehen sowohl auf der Ebene des Verwaltungsrates als auch in Expertengremien wie in dem für Gentechnik, Lebensmittelzusatzstoffe und Pestizide.

Gestern wurde bekannt gegeben, dass Frau Diána Bánáti von ihrem Posten als Chefin des Verwaltungsrates der EFSA zurückgetreten ist, um Geschäftsführerin und wissenschaftliche Direktorin von ILSI zu werden.

Vor kurzem hat die EU-Kommission eine ehemalige Mitarbeiterin von Monsanto und derzeitige Cheflobbyistin der europäischen Lebensmittelindustrie als neues Verwaltungsratsmitglied der EFSA vorgeschlagen.

Testbiotech fordert, die Regeln für die Besetzung des Aufsichtsrates zu ändern, um weiteren Interessenskonflikten in der Zukunft vorzubeugen.

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