Fokus 2012: Forschungspolitik und unabhängige Risikoforschung - Internationale Konferenz in Bremen im Juni 2012

Mit Unterstützung der Stiftung GEKKO (http://www.stiftung-gekko.de) and Charles Leopold Mayer (http://www.fph.ch/?lang=fr), hat Testbiotech ein Projekt zur Forschungspolitik und unabhängigen Risikoforschung gestartet. Dabei geht es insbesondere um die Entwicklung sogenannter Wahlprüfsteine.

Testbiotech fordert den systematischen Aufbau einer von der Industrie unabhängigen Expertise im Bereich neuer Risiko- und Hochtechnologien. Darüber hinaus müssen Verbände aus den Bereichen des Umwelt- und Verbraucherschutzes bei Planung und Umsetzung von Forschungsvorhaben besser beteiligt werden. Testbiotech kooperiert mit anderen Organisationen, um auf einer gemeinsamen Plattform politische Forderungen zu erarbeiten und durchzusetzen.

Ausgangspunkt ist ein Brief der Zivilgesellschaft, der von etwa 100 Organisationen unterzeichnet wurde. Er wendet sich mit der Forderung an die Europäische Kommission, die Rahmenrichtlinien für die Forschungsförderung zu ändern. Statt einseitiger Technologieförderung sollen die Interessen der Allgemeinheit stärker berücksichtigt werden. (http://www.testbiotech.de/node/519)

Im März 2012 wurde gemeinsam von Testbiotech und dem NABU (Naturschutzbund) ein Workshop in Berlin (link:http://www.nabu.de/themen/umweltpolitik/nachhaltigeentwicklung/14749.html) veranstaltet. Unterstützung gab es auch vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), ENSSER (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility), der Fondation Sciences Citoyennes und dem VDW (Vereinigung Deutscher Wissenschaftler).

Ein erster Entwurf für gemeinsame Forderungen der Verbände unter dem Titel “Occupy Innovation – für eine Wende in der Forschungspolitik !” ist hier zu finden: http://www.testbiotech.de/node/651:

Um speziell im Bereich der Gentechnik die unabhängige Risikoforschung zu fördern, gehört Testbiotech zu den Unterstützern der internationalen GMLS-Konferenz, die am 14. und 15. Juni in Bremen stattfinden wird (www.gmls.eu). Hier einige der Wissenschaftler aus Europa und aus Nord- und Südamerika, die an der Konferenz teilnehmen:

  • Charles Benbrook dokumentiert seit Jahren den wachsenden Aufwand an Spritzmitteln beim Anbau gentechnisch veränderter Soja in den USA.
  • Andrés Eduardo Carrasco
  • untersucht die Risiken von Glyphosat (Markenamen Roundup) für die embryonale Entwicklung.
  • Rosa Binimelis beobachtet die Auswirkungen des Anbaus von gentechnisch verändertem Mais in Spanien.
  • Cynthia Sagers hat die unkontrollierte Ausbreitung von gentechnisch verändertem Raps in den USA nachgewiesen.
  • Nicola Schoenenberger untersucht die Ausbreitung von gentechnisch verändertem Weizen in verwandten Arten.
  • András Székács untersucht die Umweltrisiken von gentechnisch verändertem insektengiftigem Mais.

Testbiotech unterstützt zudem verschiedene Forschungsprojekte, die von industrieunabhängigen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen durchgeführt werden. Sie zeigen Lücken in der derzeitigen Risikoforschung auf. Die bisher geförderten Studien beschäftigen sich vor allem mit gentechnisch veränderten Pflanzen, die ein sogenanntes Bt-Insektengift produzieren (wie der Mais MON810). Dabei ging es um:

Ein Ergebnis der Untersuchungen: Auch nach über zehn Jahren des Anbaus von gentechnisch veränderten Bt-Pflanzen ist die genaue Wirkungsweise des Insektengiftes noch immer unbekannt. Außerdem lässt sich die Konzentration des Bt-Insektengiftes in den Pflanzen nicht exakt bestimmen.

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