Aktuelles

Einseitige Fragen und falsche Annahmen

Wie die EU-Kommission und die EFSA eine Deregulierung der Neuen Gentechnik vorbereiten

30. Juni 2022 / Testbiotech hat sich an einer Konsultation der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) zu Richtlinien der Risikobewertung von ‚cisgenen‘ Pflanzen beteiligt, die Anfang dieser Woche endete. Diese Pflanzen sind gentechnisch verändert, im Gegensatz zu transgenen Pflanzen sollen aber keine Gene von fremden Arten übertragen werden. In ihrem Entwurf schlägt die EFSA vor, zukünftig auch die meisten Anwendungen der Gen-Schere CRISPR/Cas in diese Kategorie einzuordnen.

CRISPR-Tomaten produzieren Vitamin D

‚Vorteile‘ sind fraglich

18. Juni 2022 / Laut aktuellen Publikationen aus England und Südkorea ist es möglich, mit Hilfe von Neuer Gentechnik den Gehalt an Vitamin D in Tomaten zu erhöhen. Dazu wurden mit Hilfe der Genschere CRISPR/Cas genetische Anlagen ‚ausgeschaltet‘, die unter anderem für die Reaktion der Pflanzen auf Umweltstress wichtig sind. Die Tomaten reichern jetzt zwar Vitamin D3 an, sind infolgedessen aber möglicherweise auch anfälliger gegenüber Krankheiten und Schädlingsbefall.

Mehr Schädlinge durch transgene Soja

‚Vorteile‘ gentechnisch veränderter Pflanzen verkehren sich in ihr Gegenteil

3. Juni 2022 / In einer aktuellen Publikation berichten WissenschaftlerInnen aus Argentinien und Brasilien, wie der Anbau von transgener Soja die Ausbreitung bestimmter Schmetterlingsraupen (Spodoptera cosmioides, black armyworm) fördert, die als Schädlinge gelten. Die Gentechnik-Soja ‚Intacta‘, die ursprünglich von Monsanto entwickelt wurde, ist resistent gegen Glyphosat und produziert ein Insektengift. Jetzt zeigt sich, dass die Kombination dieser Eigenschaften die Ausbreitung der Raupen begünstigt, die erhebliche Schäden in den Feldern verursachen können.

Veränderung einzelner Gene kann ganze Ökosysteme gefährden

Publikation wirft neues Licht auf Risiken der Neuen Gentechnik

25. Mai 2022 / In einer aktuellen Publikation werden Auswirkungen der Veränderung einzelner Gene auf die Nahrungsnetze und Ökosysteme dargelegt. Dazu wurden verschiedene genetische Varianten (Allele) der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), die in den natürlichen Populationen gemischt vorkommen, voneinander getrennt angepflanzt. Dabei zeigte sich: Schon die Reduktion der Vielfalt in einem einzelnen Gen kann dazu führen, dass Arten, die mit den Pflanzen in Wechselwirkung stehen, aussterben. Die ForscherInnen sprechen deswegen von einem ‚Schlüsselgen‘.

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