CRISPR-Patent in der Schwebe

Nach Einspruch von Testbiotech könnten ethische Grenzen gestärkt werden

3. Dezember 2021 / Das Europäische Patentamt (EPA) hat vom 29. November bis 1. Dezember über ein Patent auf die Gen-Schere CRISPR/Cas (EP 3401400) verhandelt, ohne zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen. Als ErfinderInnen werden auf dem Patent unter anderem die Nobelpreisträgerinnen Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier genannt.

Testbiotech hatte aus ethischen Gründen Einspruch eingelegt: Die Patentansprüche umfassen unter anderem Eingriffe in die menschliche Keimbahn und befruchtete Eizellen. Wie der Verlauf der bisherigen Verhandlung zeigt, besteht Aussicht, dass diese Ansprüche korrigiert werden müssen. Eine Entscheidung wird aber frühestens am 21. Februar 2022 fallen. An diesem Tag soll die Verhandlung fortgesetzt werden.

Testbiotech warnt vor hohen wirtschaftlichen Erwartungen, die mit der Verwertung von Patenten einhergehen können. Davon berührt werden auch Fragen der Ethik, die über das Patentrecht hinausgehen. So wird von verschiedenen Seiten gefordert, das deutsche Embryonenschutzgesetz zu lockern.

Die möglichen Folgen betreffen aber auch die Umwelt: So werden derzeit in Europa viele Patente auf Anwendungen der Gen-Schere an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen beantragt und auch erteilt. Gleichzeitig üben Institutionen und Unternehmen, die diese Patente anmelden, Druck auf die Politik aus, um die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen zu beschleunigen.
 

Kontakt:
Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.de

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