Belgischer Expertenrat legt irreführenden Bericht zu NGT-Pflanzen vor

Argumente für Deregulierung ohne Substanz

Als wenig hilfreich dürften die meisten ExpertInnen der EU-Mitgliedsländer den neuesten Bericht des belgischen Expertenrates „Superior Health Council“ (SHC) ansehen. Offensichtlich wurde der Bericht veröffentlicht, um die belgische Ratspräsidentschaft und die EU-Kommission in ihren Bemühungen für eine Deregulierung von Pflanzen aus Neuer Gentechnik (NGT) zu unterstützen. Doch der Inhalt ist enttäuschend und zum Teil irreführend.

Anders als die französische Behörde ANSES, das deutsche Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Umweltbundesamt in Österreich (UBA), befasst sich der SHC eher theoretisch mit der Technologie, ohne jedoch konkrete NGT-Anwendungen an Pflanzen und ihre Risiken in den Blick zu nehmen. Es werden sehr zweifelhafte Verallgemeinerungen wiederholt und pauschal Vorteile behauptet, ohne im Detail zu zeigen, welche NGT-Anwendungen tatsächlich Lösungen für aktuelle Probleme beitragen könnten.

Dazu kommen falsche Aussagen, nach denen in den USA schon Pilze aus Neuer Gentechnik verkauft würden oder Pflanzen aus Neuer Gentechnik keine genetisch modifizierten Organismen (GMOs) seien.

Bisher ist es den Mitgliedsländern der EU nicht gelungen, sich auf einen Vorschlag zur künftigen Regulierung von Pflanzen aus Neuer Gentechnik zu einigen. Ein Grund dafür ist eine wissenschaftlich mangelhafte Vorlage der EU-Kommission, deren Kriterien absolut unzureichend sind, um Entscheidungen darüber zu treffen, ob Pflanzen aus Neuer Gentechnik denen aus konventioneller Zucht gleichgestellt werden können.

Testbiotech hat mehrfach auf konkrete Beispiele wie Tomaten, Leindotter, Reis, Weizen, Senfpflanzen und Pappeln hingewiesen, um zu zeigen, wie groß die Unterschiede zwischen politischen Behauptungen, wirtschaftlichen Erwartungen und den Erkenntnissen der Wissenschaft sind. Es ist bedauerlich, dass der belgische Expertenrat in seinem Bericht fast alles weggelassen hat, was in Widerspruch zu den aktuellen politischen Zielen der EU-Kommission und den Interessen der Wirtschaft stehen könnte.

Kontakt:
Christoph Then, info@testbiotech.org, Tel 0151 54638040

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