Patente auf Lebewesen

Die Einführung der Gentechnik hat auch dazu geführt, dass Lebewesen als patentierbar angesehen werden. 1992 wurde in Europa zum ersten Mal ein Säugetier (die sogenannte „Krebsmaus“) patentiert. Schon zuvor gab es erste Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen, und auch auf menschliche Gene.

Ethisch problematisch ist insbesondere die Patentierung von Versuchstieren: In Europa wurden bereits über 1500 Patente auf gentechnisch veränderte Versuchstiere erteilt. Patente dienen vor allem der Vermarktung und nicht in erster Linie dem medizinischen Fortschritt. Durch Patente entsteht ein spezielles wirtschaftliches Interesse daran, Tiere gentechnisch zu verändern und weitere Tierversuche durchzuführen. Das gentechnisch veränderte Tier wird so zu einer Ware, die wie alle patentierten Produkte innerhalb von 20 Jahren (der Laufzeit des Patents) in hoher Anzahl produziert und mit möglichst hohem Gewinn verkauft werden soll.
Ethisch problematisch sind auch Patente, die menschliche Gene, Organe, Keimzellen und embryonale Zellen betreffen. Letztlich führen sie zu einer Kommerzialisierung des menschlichen Körpers.
Im Bereich Pflanzenzucht und Landwirtschaft wurden bereits zahlreiche und sehr unterschiedliche Patente erteilt, die die ganze Kette der Nahrungsmittelproduktion betreffen. Das Patentrecht wird dazu missbraucht, die Kontrolle über die genetischen Ressourcen und die Lebensmittelherstellung zu erlangen. Drei Konzerne - Monsanto, Dupont und Syngenta - kontrollieren inzwischen schon mehr als 50% des internationalen Saatgutmarktes und entscheiden damit auch, welche Pflanzen in Zukunft gezüchtet und angebaut werden. In Europa wurden schon über 2000 Patente auf Nutzpflanzen und ihr Saatgut erteilt.