Seitenblicke
Pflanzen des Schreckens: Die Triffids
Buchbesprechung
Im September 2009 fielen die Aliens in Europa ein: Gentechnisch veränderter Leinsamen aus Kanada, genannt Triffid. Er fand sich in unter anderem in Backwaren und Müsli (siehe „The Return of the Triffid - Gentechnisch veränderter Leinsamen in 28 Ländern“).
Triffid, so heißt die menschenfressende Pflanze aus einem Science-Fiction-Roman, den der britische Autor John Wyndham bereits 1951 veröffentlichte. Er wurde 1955 ins Deutsche übersetzt und 2006 wieder aufgelegt.
Warum ihr Hersteller den gentechnisch veränderten Leinsamen Triffid genannt hat, ist nicht genau bekannt. Gewisse Ähnlichkeiten mit den Pflanzen aus dem Roman sind aus heutiger Sicht durchaus vorhanden.
John Wyndham beschreibt die Triffids in seinem Science fiction Roman als ölhaltige Pflanzen, deren Anbau hohe Gewinne verspricht. Ihre genaue Herkunft ist unklar, möglicherweise entkamen die Samen bei einem Unfall. „Es war ein Samenschwaden, so schwerelos, dass er selbst in dieser luftdünnen Höhe schwebte. Millionen spinnzarter Triffidsamen, die nun frei in der Luft hingen. Ein Spiel aller Winde“, beschreibt Wyndham deren Verbreitung. Später tauchen die Pflanzen überall auf der Erde auf. Obwohl man ihre Risiken erkennt, werden sie nicht vernichtet, sondern aus wirtschaftlichen Gründen in Gewächshäusern und unter Bewachung kultiviert.
Nachdem die Menschheit von einer Katastrophe aus dem Weltall heimgesucht wird ‒ einem grünen Kometenschwarm, der alle erblinden läßt, die ihn sehen ‒ brechen sämtliche Strukturen und Kontrollen zusammen, die menschenfressenden und bewegungsfähigen Triffids entkommen und bedrohen die Menschen: „Widerwärtige fremdartige Gewächse, von uns geschaffen und von unserer Habgier über die ganze Erde verbreitet.“
Interessant aus heutiger Sicht ist vor allem, wie der Autor mit Ungewissheiten umgeht: Es bleibt bis zuletzt im Detail unklar, woher die Triffids kommen, wie sie sich verhalten, wie sie kommunizieren, wie gefährlich sie wirklich sind. Eigentlich scheint man sie mühelos unter Kontrolle halten zu können, doch letztlich versagen alle Vorsorgemaßnahmen ...
Der Ausdruck 'triffid' ist im Englischen als Begriff für eine bösartige oder gefährliche Pflanze in die Umgangssprache eingegangen. John Wyndhams Roman wurde 1962 verfilmt und unter dem Titel „Blumen des Schreckens“ in Deutschland 1963 erstmals gezeigt.
John Wyndham: Die Triffids
Aus dem Englischen von Hubert Greifeneder,
überarbeitete Neuausgabe von Inge Seelig
Festeinband mit Schutzumschlag
und Lesebändchen
ca. 264 Seiten
18,90 EUR (D) / 33,40 sFr
ISBN 978-3-86597-036-7
Originalausgabe: John Wyndham: The Day of the Triffids, Verlag Michael Joseph, London 1951

