Beschwerde gegen EU-Zulassung von gentechnisch veränderter Soja mit Kombinationswirkung
Umweltorganisationen und WissenschaftlerInnen gehen gemeinsam gegen Entscheidung der EU-Kommission vor
Das Europäische Netzwerk kritischer WissenschaftlerInnen (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility, ENSSER) und andere Organisationen legen bei der Europäischen Kommission offiziell Beschwerde gegen die EU-Zulassung von gentechnisch veränderter Soja der Firma Monsanto ein. Die Soja soll unter dem Markennamen „Intacta“ vor allem in Brasilien angebaut und als Futter- und Lebensmittel nach Europa importiert werden. Sie produziert ein Insektengift und ist unempfindlich gegenüber dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat (Markenname „Roundup“). Die Europäische Kommission hatte die Soja Ende Juni für die Verwendung in Futter- und Lebensmitteln zugelassen, ohne dass die Risiken zuvor ausreichend untersucht worden waren. Dies geht aus einem Dossier der Organisation Testbiotech und einem Rechtsgutachten hervor, die der Kommission vorgelegt werden. Bei Zurückweisung der Beschwerde besteht nach EU-Verordnung 1367/2006 die Möglichkeit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
EU Kommission stoppt (vorerst) Anbauzulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzen
Lebensmittelbehörde EFSA soll neue Gutachten erstellen
Wie jüngste Recherchen zeigen, wird es in diesem Jahr wohl keine neuen Anbauzulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzen geben. Die Europäische Kommission hat die Dossiers für drei Mais-Varianten, die Insektengifte produzieren, an die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA zurückgeschickt. Die Varianten MON810, Bt11 und Mais 1507 waren von der EFSA bereits mehrfach positiv bewertet worden. Die Lebensmittelbehörde hat sich für ihre neue Bewertung des Mais MON810 eine Frist bis Dezember 2012 gesetzt.
Gentechnik im Doppelpack: Erstmals Zulassung von Gen-Soja mit Kombinationswirkung - Monsantos Soja produziert gleichzeitig ein Insektengift und ist resistent gegen Spritzmittel
München/Brüssel, 6.7.2012 Die EU-Kommission hat unbemerkt von der Öffentlichkeit am 27. Juni 2012 die Marktzulassung für eine gentechnisch veränderte Soja erteilt, die ein Insektengift produziert und die gleichzeitig gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat resistent gemacht wurde (MON87701 x MON89788). Diese Soja darf jetzt in Lebens- und Futtermitteln verwendet werden. Monsanto will sie unter der Marke „Intacta“ vermarkten, sie soll in Brasilien angebaut und nach Europa exportiert werden.



