Wie man Äpfel mit Birnen vergleicht - Testbiotech schreibt an EU Kommission und die Deutsche Bundesregierung
5.3. 2012 Die EU-Kommission plant, die Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen, die in Lebens- und Futtermitteln verwendet werden, neu zu regulieren Die derzeitigen Vorschläge sind jedoch nicht ausreichend, um die Sicherheit von Umwelt und Verbrauchern zu gewährleisten. Testbiotech hat bereits am 25. Januar 2012 einen detaillierten Überblick über einige Kritikpunkte veröffentlicht (http://www.testbiotech.org/node/614). Auch bei einem Treffen mit der EU-Kommission am 14. Februar 2012 konnten diese Vorbehalte nicht ausgeräumt werden. Jetzt fasst Testbiotech die wichtigsten Schwachpunkte der geplanten neuen EU-Regularien in einem Brief an Kommissar John Dalli und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner zusammen:
Superviren – kein Thema für die Bundesregierung?
Testbiotech und Gen-ethisches Netzwerk fordern öffentliche Stellungnahme
Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) in Berlin und Testbiotech (München) haben sich heute mit einem offenen Brief an Angela Merkel gewendet. Sie fordern die Bundeskanzlerin auf, sich für einen Stopp der Herstellung von neuen Varianten des Vogelgrippevirus (H5N1) und eine Beschränkung des Zugangs zu den Genom-Daten einzusetzen. Wissenschaftlern ist es gelungen, im Labor eine Variante des Virus herzustellen, die für Säugetiere extrem gefährlich ist. Die Wissenschaftler haben am 20. Januar 2012 ein Moratorium für ihre Arbeit beschlossen, um der Öffentlichkeit die Gelegenheit zu geben, Stellung zu beziehen. Testbiotech und das GeN fordern nun die Kanzlerin auf, sich zu dem Thema zu äußern. Gleichzeitig soll eine breitere Diskussion in der Öffentlichkeit angeregt werden. Der Brief wird deswegen für weitere mögliche Unterzeichner bis Ende Juni online gestellt.
'Gen-Mais': Neue Hinweise auf Risiken für Verbraucher
Schädigung von menschlichen Zellen durch insektengiftiges Eiweiß
Zahlreiche gentechnisch veränderte Pflanzen produzieren sogenannte Bt-Toxine, die Insekten abtöten sollen. Diese Gifte können aber auch menschliche Zellen schädigen. Dies zeigen aktuelle Untersuchungen von französischen Wissenschaftlern der Universität Caen. In ihren Experimenten löste ein Bt-Toxin, das unter anderem in gentechnisch verändertem Mais MON810 produziert wird, deutliche Schäden aus. Die Effekte traten nur bei relativ hohen Konzentrationen auf, trotzdem sind sie bedenklich. Erstmalig wurden derartige Schädigungen menschlicher Zellen beschrieben. Dies widerlegt Behauptungen von Monsanto und anderen Firmen, die gentechnisch veränderten Mais herstellen, wonach das Bt-Gift ausschließlich bei bestimmten Insekten, nicht aber bei Säugetieren und Menschen wirksam sei. Die Untersuchung der Wirkungen von Bt-Giften auf menschliche Zellen werden bislang weder in der EU noch sonst irgendwo auf der Welt für die Risikoprüfung verlangt.



