Appell an EU-Kommissar Tonio Borg: Widerrufen Sie die Marktzulassung von SmartStax!

Der gentechnisch veränderte Mais SmartStax ist ein Produkt der Konzerne Monsanto und Dow AgroSciences. Er produziert sechs verschiedene Insektengifte (Bt-Toxine) und ist resistent gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel (Glyphosat und Glufosinat). Eines der Insektengifte wird auf der Grundlage von synthetischer DNA gebildet und kommt in der Natur bislang nicht vor.

Im November 2013 erlaubte die EU-Kommission den Einsatz von SmartStax in Lebens- und Futtermitteln. Im Januar 2014 reichte Testbiotech eine Beschwerde gegen diese Entscheidung der EU-Kommission ein. Mit der Beschwerde will Testbiotech erreichen, dass die Marktzulassung widerrufen wird. Nach den Bestimmungen der EU hat die Kommission zwei Monate Zeit, um zu antworten. Danach besteht eventuell die Möglichkeit, auch den Gerichtshof der Europäischen Union mit diesem Fall zu befassen. Testbiotech sucht schon jetzt für diesen Fall finanzielle Unterstützung.

SmartStax ist ein sogenannter Stacked Event, der durch die Kombination von vier gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurde. Dadurch werden in SmartStax auch die Risiken und Unwägbarkeiten der Ausgangspflanzen kombiniert. Trotzdem wurden mögliche Wechselwirkungen kaum untersucht. Es wurden keine Fütterungsstudien mit SmartStax durchgeführt, um gesundheitliche Risiken zu prüfen. Es gibt auch keine Untersuchung zu den Langzeitfolgen des Verzehrs der Pflanzen.

SmartStax weist eine wesentlich höhere Konzentration an Bt-Toxinen auf als alle bisherigen gentechnisch veränderten Pflanzen. Die gesundheitlichen Risiken, die mit den Bt-Toxinen einhergehen, betreffen sowohl deren Giftigkeit als auch mögliche Immunreaktionen. Nach vorliegenden Studien kann durch den Verzehr derartiger Pflanzen beispielsweise das Risiko für entzündliche Darmerkrankungen steigen. Diese Risiken wurden nicht untersucht.

Es gibt erhebliche Bedenken wegen der Qualität der Studien, mit denen SmartStax für unbedenklich erklärt wurde: Die Untersuchungen für die Risikobewertung wurden von der Industrie durchgeführt bzw. in Auftrag gegeben und bezahlt. Es waren keine unabhängigen Labore beteiligt, die Daten wurden nicht wissenschaftlich publiziert. Nach dem Inhalt der Dossiers ist sogar von Datenmanipulation auszugehen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!